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Tonbänder digitalisieren .

Sind für die Tonband-Überspielung unbedingt Studiogeräte notwendig ?

Die Originalaufnahmen wurden vor Jahren und Jahrzehnten mit normalen Heim-Tonbandgeräten gemacht. Von daher erscheint es als ausreichend, auch für die Wiedergabe und Überspielung solche Heimgeräte zu verwenden.

Mal abgesehen davon, daß Studiomaschinen eigentlich nie 1/4 Spur Geräte waren, wurden echte Studiogeräte üblicherweise auch auf andere Bandsorten und auf eine spezielle Aufnahme-Entzerrung eingestellt. Wenn also eine Aufnahme auf einem Heimgerät gemacht wurde, kann es durchaus sein, daß die Wiedergabe mit einer studiogemäß eingestellten Profimaschine nicht die beste Lösung ist. Außerdem laufen Bandgeräte in Studios mit einer höheren Bandgeschwindigkeit, üblich sind 38 cm / sec, gelegentlich auch 76 cm. Also läuft Ihr Vierspurband mit 4,75 cm/sec auf keiner Studiomaschine.

allerdings...

Bei Heimgeräten war und ist die konstante Bandgeschwindigkeit selten so stabil wie bei professionellen Bandmaschinen. Wenn also eine ohnehin im Gleichlauf schwache alte Originalaufnahme heute auf einer "ausgeleierten" Bandmühle läuft, addieren sich die Gleichlauf-Schwankungen und können deutlich hörbar werden - es jault ! Da sind Sie mit Ihrer Reparatur-Software auch am Ende der Möglichkeiten angelangt.

Bandgeräte mit wenig Mechanik und elektronisch geregelten Motoren - wie die Revox A77, B77 und andere - haben auch heute noch hervorragende Gleichlauf-Eigenschaften und sind von daher ideal für die Überspielung geeignet.

Meine 4 Revox B77 sind umgerüstet und fahren mit 3 Geschwindigkeiten, 4,75, 9,5 und 19 cm.

aber...

Legen Sie mal eine 11cm-Bandspule mit altem dünnem leicht klebrigen Dreifachspielband auf eine Revox A77 oder B 77... - da geht nichts mehr.

Für solche Härtefälle nutze ich verschiedene gut gepflegte und überholte Uher-Geräte der Royal-Klasse. Manche Bänder laufen erst bei der dritten Maschine einwandfrei.

Zum Thema Uher

Uher Tonbandgeräte waren die für den Amateur gerade noch erschwinglichen Bandmaschinen. So eine Royal gab es für knappe 1000 DM, der Preis-Abstand zu vielleicht noch besseren und sehr begehrten Tandberg- Revox- Akai... Geräten war recht groß.

Uher Royal 561
Von 2,4 bis 19 cm/Sek. Alle gängigen Bandgeschwindigkeiten sind wählbar. Das schnelle Tempo 38 cm/Sek bleibt den "großen" Maschinen vorbehalten. Uher Royal SG 561
Durch den wechselbaren Kopfträger lassen sich 1/2 Spur und 1/4 Spur - Aufnahmen nutzen. Uher Kopfträger

 


Studiobänder überspielen

Ein neues Hobby findet immer mehr begeisterte Anhänger - das Sammeln von alten Tonstudio-Bändern.

Ein Ziel der Sammel-Leidenschaft sind bisher unveröffentlichte Demo- und Probeaufnahmen bekannter Solisten und Gruppen.

Tonband auf Bobby

Immer mehr "analoge" Tonstudios geben auf und schließen ihre Pforten. Dadurch kommen viele hochpreisige Studiogeräte zum Verkauf, aber auch die Bandarchive werden geleert und die Bänder zu günstigen Preisen veräussert. Wer nur wenig suchen möchte, findet bei Ebay schnell viele Angebote, Experten kennen noch andere Quellen.

Nun ist es den Bändern von aussen leider nicht anzusehen, ob es sich um begehrte Raritäten oder nur Allerwelts-Aufnahmen handelt. Also erstmal reinhören. Studiobänder befinden sich aber nicht unbedingt auf üblichen Spulen, sondern sind oft als freitragende Bänder auf Metallkernen >Bobbys< aufgewickelt. Ohne passenden Adapter und flachen Bandteller lassen sich diese Bänder nicht abspielen. Wenn die nötigen Adapter nicht vorhanden sind, muss das Band also zunächst auf eine normale Spule umgewickelt werden. Hilfreich kann hier ein alter Schallplattenspieler eingesetz werden:

Plattenspieler einschalten und den Stecker aus der Steckdose ziehen, jetzt läuft der Plattenteller frei. Eine Schallplatte auflegen, darauf den Bandwickel mit dem Bobby mittig auflegen. In GLEICHER Höhe steht rechts vom Plattenspieler das Tonbandgerät. Nun das Band vorsichtig vom Plattenspieler auf die Spule umwickeln, natürlich nicht im schnellen Vorlauf, sondern mit der normalen Bandgeschwindigkeit. Mit etwas Fingerspitzengefühl funktioniert das prima, auf diese Art habe ich als Tonbandamateur vor Jahrzehnen schon die preiswerten Band-Rohwickel auf die 3-Zack und NAB-Spulen gebracht.

Die nächste Hürde ist die Bandgeschwindigkeit. In den meistern Studios wurden die Aufnahmen mit 38cm / Sek gefahren. So läuft als das Band bei den üblichen 19cm / Sek natürlich viel zu langsam. Trotzdem, mit einem geeigneten Programm lässt sich durchaus eine für Kontrollzwecke geeignete Überspielung machen. Die Software rechnet die 19er-Aufnahme um und spielt die Aufnahme sogar bei ordentlich gehaltener Tonhöhe mit doppelter Geschwindigkeit ab.

Das Ergebnis ist zwar nicht die gewünschte volle Qualität, jedoch können Sie schon so deutlich die erstrebten Raritäten von den Allerweltsaufnahmen unterscheiden.

Nun gehen die "Perlen" in´s Archiv, der Rest wandert vielleicht wieder in ein Auktionshaus?

 

Es muss nicht unbedingt eine Maschine aus dem Rundfunkstudio sein.

Studiobänder auf Spule oder Bobby überspiele ich mit einer Revox B77 mit 19 + 38 cm/sek auf den PC. Die Wiedergabe erfolgt mit der studioüblichen IEC-Entzerrung.

Für Bobbys werden spezielle Bandteller und Adapter verwendet.

Revox B77

 

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