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Schellackplatten digitalisieren .

Sonderfall Schellack-Platten:        Schellackplatte überspielen     Grammofon

Eigentlich reicht ein normaler Plattenspieler mit 33 + 45 Umdrehungen. Auch auf den MM-Entzerrer-Vorverstärker könnten Sie theoretisch verzichten. Sie spielen die Platte mit 45 ab, die Software rechnet automatisch auf 78 hoch. Selbst die MM-Entzerrung kann durch „Equalizer-Verrenkung“ in der Software nachgebildet werden.

Wenn Sie keine Vergleichsmöglichkeit haben oder keine besonderen Ansprüche stellen, werden Sie mit dem Ergebnis vielleicht sogar zufrieden sein.

Wenn Sie aber mehr Klang aus Ihren Schellack-Schätzchen herausholen wollen, brauchen Sie deutlich mehr Geräte, Zubehör und Aufwand.

Vor der Überspielung müssen die Scheiben gründlich gereinigt werden. Spülmittel in Wasser ist ein zweckdienliches Mittel. Dazu eine sehr weiche Bürste und ein fusselfreies Tuch zum Abtrocknen. Die Oberfläche der Schellackplatte ist weniger empfindlich, als Sie vielleicht glauben. Allerdings sind Alkohol und andere, für „normale“ Schallplatten geeignete Pflegemittel für Schellacks nicht geeignet !

Bei höheren Ansprüchen benutzen Sie unbedingt einen Plattenspieler mit „echten“ 78 Umdrehungen; ist auf jeden Fall besser als die Software-Lösung. Kaufen Sie eine spezielle Abtastnadel für Schellackplatten. Die normale Nadel ist zu dünn für die breite Schellack-Rille. Die spitze Nadel torkelt und raspelt in der breiten Rille hin und her und bekommt dabei nicht den ausreichenden Kontakt zu der Tonaufzeichnung. Eine Beschädigung von Nadel und Platten-Rille kann die Folge sein.

Die spezielle Schellack-Abtastnadel ist breiter und an der Spitze anders gerundet, so gleitet sie mit optimalem Kontakt durch die Rille. Das Ergebnis ist eine vernehmlich größere Klangfülle und deutlich weniger Rauschen.

Schellack-Vorverstärker

Ein spezieller Vorverstärker kommt bei mir bei der Digitalisierung von Schellack-Platten zum Einsatz.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Kennlinien beim Schneiden der Platten verwendet. Dieser regelbare Entzerrer berücksichtigt die verschiedenen Kennlinien.

 

Trennen Sie die einzelnen Tracks durch Pausen und bringen am Anfang und Ende der Titel eine Ein- und Ausblendung an, damit das laute Knistern der Ein- und Auslaufrille nicht zu hören ist.

Da bei Schellackplatten, anders als bei Tonbändern, keine "Ton-Verluste" durch die Lagerung entstehen, ist eine Klangkorrektur in der Regel nicht nötig, es bleibt also auch der "Original-Sound" der alten Aufnahmen erhalten.

Bei extrem abgenutzten Platten wäre eine Manipulation durch einen Equalizer angebracht, muss im Einzelfall getestet werden.

Es ist durchaus möglich, den "Sound zu modernisieren", also durch
Kompressoren zu verdichten und an an die heutigen Hörgewohnheiten
anzupassen, aber mal abgesehen vom enormen Aufwand, was dabei rauskommt, ist nicht mehr "ORIGINAL".

Erwarten Sie kein Wunder !!! - Schellackplatten haben nun einmal einen höheren Rauschpegel und weniger Dynamik als eine heutige CD-Aufnahme. Bedenken Sie bitte, daß auch die Aufnahmetechnik vor fünfzig oder auch hundert Jahren sehr weit von der heutigen Perfektion entfernt war. So manche Rumpel- und Brummstörungen sind schon während der Originalaufnahme entstanden und wurden auch so direkt in die Schellackplatte gepresst.

Lenco L75   Das ist wohl das Beste, was Ihre Schellackplatten erleben können: Der berühmte Lenco L75 ohne jede Automatik, Schweizer Wertarbeit aus der "guten alten Zeit". Der Hifi-Klassiker aus den 60er und 70er Jahren sorgt mit seinem  4 kg Plattenteller und dem Präzisions Reibradantrieb für gleichmäßigen und rumpelfreien Lauf.

Vor Jahrzehnten für runde 500 DM zu kaufen, heute gebraucht zwischen 50 - 200 Euro, je nach Zustand.
Lenco L 75   Die stufenlos regelbare Geschwindigkeit bis zu 86 U/M lässt Sie wirklich jede Schallplatte abspielen. Bis die üblichen 78 U/M sich durchgesetzt hatten, gab es bei den alten Platten auch davon abweichende Geschwindigkeiten. Zur Justierung der Raster für das exakte Tempo ist eine Stroboskopscheibe dringend zu empfehlen.
Lenco L75  

Der Tonarm des gebraucht gekauften L75 muss neu balanciert und justiert werden. 2 Tonarmgewichte und die 3 Elemente der Antiskating-Einrichtung lassen sich nur mit Hilfe der Bedienungsanleitung exakt anbringen und einstellen.

Bei sehr vielen alten L75 fehlen Teile der Antiskating-Vorrichtung. Es müssen 4 Teile sein: Spiral-Halter, Bügel und 2 verschiedene Gewichte (1gr & 4gr).

Lenco L75  

In das System muss eine für Schellackplatten geeignete Abspielnadel hinein.

Nicht für jedes System gibt es diese speziellen Diamanten. Bei "Mr.Stylus" (Linkseite) fertigt man auch für Ihr System den passenden Nadelträger an.

Lenco L78  

L78, eine leicht modifizierte Version des L75 ist sehr rar und auch gebraucht kaum zu kaufen. Eine praktische Neuerung ist die wählbare Abschaltautomatik. Oft sind Single-Schellacks bis sehr nahe an den Aufkleber bespielt, viele Plattenspieler schalten zu früh ab und es fehlen Ihnen dann die letzten Sekunden der Aufnahme.

Beim L78 lässt sich das Ausschalten am Ende der Platte wahlweise einstellen, der L75 schaltet am Plattenende nie ab.

Als NEUES Modell können Sie auch heute einen L78 von Lenco kaufen. Es ist ein USB-Plattenspieler, der ausser dem Namen reichlich wenig mit dem Klassiker L78 gemeinsam hat.

Billig Scheibendreher  

Der Handel bietet eine Vielzahl von Billig-Scheibendrehern an, die auch mit 78 Umdrehungen laufen. Für runde 40 Euro sind solche "Plastikbomber" schon zu haben. Für einige Euros mehr sogar mit Radio, und noch einige Euros mehr bringen auch noch den USB-Anschluss mit.

Abgesehen von der miesen Verarbeitung fehlt die Einstellung von Auflagegewicht und Antiskating, auch mit Gleichlaufschwankungen ist zu rechnen. Eindeutig: Für 49 Euro können Sie nicht mehr erwarten.

Schellacks werden bei mir mit Lenco L75 und L78 unter Einsatz spezieller Diamanten digitalisiert.

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