www.tonkopie.de Schellackplatten digitalisieren, mit dem richtigen Plattenspieler auf CD überspielen.
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Schellackplatten, Schallfolien und Pathé Platten digitalisieren und waschen.

Praktische Gratishilfe und günstiges Angebot.   

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Sonderfall Schellack-Platten: 

Grammophon
Schellackplatte

 

Eigentlich reicht ein normaler Plattenspieler mit 33 + 45 Umdrehungen. Auch auf den MM-Entzerrer-Vorverstärker könnten Sie theoretisch verzichten. Sie spielen die Platte mit 45 ab, die Software rechnet automatisch auf 78 hoch. Selbst die MM-Entzerrung kann durch „Equalizer-Verrenkung“ in der Software nachgebildet werden.

Wenn Sie keine Vergleichsmöglichkeit haben oder keine besonderen Ansprüche stellen, werden Sie mit dem Ergebnis vielleicht sogar zufrieden sein.

Wenn Sie aber mehr Klang aus Ihren Schellack-Schätzchen herausholen wollen, brauchen Sie deutlich mehr Geräte, Zubehör und Aufwand.

Vor der Überspielung sollten die Schellack-Scheiben gründlich gereinigt werden. Spülmittel in Wasser ist ein zweckdienliches Mittel. Dazu eine sehr weiche Bürste für die Reinigung und ein fusselfreies Tuch zum Abtrocknen. Die Oberfläche der Schellackplatte ist weniger empfindlich, als Sie vielleicht glauben. Allerdings sind Alkohol und andere, für „normale“ Schallplatten geeignete Pflegemittel für Schellacks nicht geeignet !

Bei beschichteten, lackierten und Gelatine-Platten ist eine Wäsche nicht ratsam.

Die Plattenwäsche lohnt sich !

 

Vor der Wäsche:

Deutlich sind die feinen Staubkörnchen in der Original Aufnahme an den spitzen Ausschlägen zu sehen und natürlich auch zu hören. Hier hat die Software reichlich zu arbeiten, um die Störungen zu entfernen, die Gefahr, dass zusätzliche Verzerrungen auftreten, ist groß.

 

 

Nach der Wäsche:

Das Knistern ist deutlich geringer, der Eingriff der Software wesentlich milder, zusätzliche Verzerrungen werden weitgehend verhindert.

Auf der Seite Hörproben finden Sie ein deutliches Beispiel.

 

Bei höheren Ansprüchen benutzen Sie unbedingt einen Plattenspieler mit „echten“ 78 Umdrehungen; ist auf jeden Fall besser als die Software-Lösung. Kaufen Sie eine spezielle Abtastnadel für Schellackplatten. Die normale Nadel ist zu dünn für die breite Schellack-Rille. Die spitze Nadel torkelt und raspelt in der breiten Rille hin und her und bekommt dabei nicht den ausreichenden Kontakt zu der Tonaufzeichnung. Eine Beschädigung von Nadel und Platten-Rille kann die Folge sein.

Die spezielle Schellack-Abtastnadel ist breiter und an der Spitze anders gerundet, so gleitet sie mit optimalem Kontakt durch die Rille. Das Ergebnis ist eine vernehmlich größere Klangfülle und deutlich weniger Rauschen.

Schellack-Vorverstärker

Ein spezieller Vorverstärker kommt bei mir bei der Digitalisierung von Schellack-Platten zum Einsatz.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Kennlinien beim Schneiden der Platten verwendet. Dieser regelbare Entzerrer berücksichtigt die verschiedenen Kennlinien.

 

Trennen Sie die einzelnen Tracks durch Pausen und bringen am Anfang und Ende der Titel eine Ein- und Ausblendung an, damit das laute Knistern der Ein- und Auslaufrille nicht zu hören ist.

Da bei Schellackplatten, anders als bei Tonbändern, keine "Ton-Verluste" durch die Lagerung entstehen, ist eine Klangkorrektur in der Regel nicht nötig, es bleibt also auch der "Original-Sound" der alten Aufnahmen erhalten.

Bei extrem abgenutzten Platten wäre eine Manipulation durch einen Equalizer angebracht, muss im Einzelfall getestet werden.

Es ist durchaus möglich, den "Sound zu modernisieren", also durch
Kompressoren zu verdichten und an an die heutigen Hörgewohnheiten
anzupassen, aber mal abgesehen vom enormen Aufwand, was dabei rauskommt, ist nicht mehr "ORIGINAL".

Erwarten Sie kein Wunder !!! - Vom Material her könnten die alten Schellacks beinahe so gut klingen wie die "modernen" Vinyl-Platten, nur eben in mono. Schellackplatten haben jedoch einen höheren Rauschpegel und weniger Dynamik als eine heutige CD-Aufnahme. Bedenken Sie bitte, daß auch die Aufnahmetechnik vor sechzig oder auch hundert Jahren weit von der heutigen Perfektion entfernt war. So manche Rumpel- und Brummstörungen sind schon während der Originalaufnahme entstanden und wurden auch so direkt in die Schellackplatte gepresst.


 

Das Drama mit den abgenutzten Stahlnadeln !

Bei einem modernen Plattenspieler gleitet die Abtastnadel mit einem Auflagegewicht von ca. 1 bis 2 Gramm durch die Plattenrille, bei Schellacks dürfen es auch bis zu 5 Gramm sein (wenn das System das mitmacht).

Bei sorgfältigem Umgang kann ein solcher Diamant 200 - 400 Stunden halten.

Tonabnehmer

Früher wurden die Schellackplatten auf dem Grammophon abgespielt, der Tonabnehmer drückte mit einem Gewicht von ca. 80 - 180 Gramm in die Rille.
Zur Verwendung kam eine an der Spitze abgerundete Stahlnadel. Eben wegen dieses hohen Auflagegewichts und der extrem harten Oberfläche der Schallplatte war die übliche Stahlnadel nach EINEM Durchlauf abgenutzt und musste ersetzt werden.



Schellack Tonabnehmer
Schellacknadeln in Box. Polyfar Pick Up Schellacknadeln. Schellacknadeln in Dose.
Elkah-Needles Schellack-Nadeln.
Schellack Stahlnadeln

Wer also seine kostbaren Scheiben liebte, hatte stets ein Sortiment Ersatznadeln griffbereit und konnte so den Neuzustand der Platte langfristig erhalten.

Sparsame Musikhörer verwendeten die Nadel jedoch mehrmals, schon beim zweiten Durchlauf konnte die nun nicht mehr runde, sondern kantige Spitze die Platte beschädigen, noch einige Durchläufe mehr hätten die Aufnahme letztendlich ruiniert.

In der Neuzeit gab und gibt es leider immer wieder in der Sache unkundige "Sammler", die im Keller oder auf dem Dachboden oder bei Ebay ein altes Grammophon und Opas sorgsam gepflegte Plattensammlung entdeckt haben und dazu noch eine Schachtel mit alten, teils angerosteten Abspielnadeln.
Sie ahnen es schon - Grammophon ankurbeln und so nach und nach mal eben alle Platten abspielen - immer mit der gleichen abgenutzen Nadel. So werden tragischerweise innerhalb kürzester Zeit hochwertige historische Aufnahmen nahezu vernichtet.

Schellack Stahlnadeln

Grammophon

Das entstandene schleifende Abspielgeräusch können Sie mit Ihrer Software nicht mehr automatisch beseitigen, wenn Sie das der Automatik überlassen, wird die digitale Kopie noch weiter verzerrt. Auf der Seite Hörproben gibt es ein deutliches Beispiel.

 

Die Automatik regelt 100 %, dabei kommt es zu ungewollten Verzerrungen. software filter

 

software automatik

software automatik

dehisser

Hier muss nun von Hand geregelt werden. Durch ständiges Probieren und dauernden Hörvergleich ist die Einstellung zu finden, wo das Störgeräusch möglichst gemindert wird, Verzerrungen jedoch nicht hörbar sind.

equalizer

Oft hilft der Equalizer, störende Geräusche zu reduzieren.


Nicht alle 78er Scheiben sind Schellack-Platten !

Die "typische" Schellackplatte läuft seit den 20er Jahren mit 78 Umdrehungen je Minute, ganze alte Platten auch mit 60 - 100 Umdrehungen. Wenn der Plattenspieler das nicht mitmacht, muss mit der Software die Geschwindigkeit nachträglich reguliert werden.

Die Scheibe besteht nicht, wie der Name vermuten lässt, komplett aus Schellack. Lediglich als Bindemittel wurden die Ausscheidungen einer Blattlausart eingesetzt, andere Materialien waren u.A. Gesteinsmehl und Baumwollflocken, sogar Tierhaare wurden verwendet. Die schwarze Farbe entstand durch Ruß.

Schellacks sind "Massenprodukte", von einem Press-Stempel lassen sich beliebig viele Scheiben herstellen.

Schellackplatten bestehen nicht nur aus Schellack.

 

Keine Massenprodukte, eher geringste Auflagen, meist sogar Einzelstücke waren Aufnahmen auf beschichteten oder lackierten Träger-Materialien.

Spezieller Lack und wachsartige Beschichtungen und sogar Gelatine wurden auf Alu- und Stahlblech aufgetragen. Sogar beschichtete Scheiben aus Papp-Karton wurden hergestellt.

Jede dieser Platten wurde einzeln aufgenommen, also die Aufnahme direkt mit dem Schneidstichel in den Rohling eingeschnitten.

Man machte z.B. einen Termin in einem kleinen Tonstudio, Klavier und Pianist waren oft mit im Angebot. Nun konnte Mann oder Frau eine sehr begrenzte Zeit nutzen, um eine eigene Darbietung direkt in die Schallplatte schneiden zu lassen. Wollte man mehrere Platten haben, mussten entsprechend mehrere Live-Aufnahmen gemacht werden. Jede einzelne Aufnahme sollte sofort "sitzen", die Rohlinge waren nicht billig und die gebuchte Studio-Zeit begrenzt.

So entstanden wirklich kostbare, absolut einmalige Aufnahmen von Amateur- und Profi- Sängern und Sängerinnen. Auch sehr persönliche Prosa und Gedichte sowie kurze Spielstücke fanden den Weg über das Tonstudio direkt in die Schallplatte.

Es gab auch mobile Studios, die dann für den Ausseneinsatz zum Aufnahme-Ort transportiert wurden. So entstanden z.B. Aufnahmen von Glockengeläut, kurz bevor die Glocken als "kriegswichtiges Material" zwangsweise eingezogen und eingeschmolzen wurden.

Selbst Reportagen und Interviews wurden so aufgenommen, um später im Rundfunk gesendet zu werden.

Im Karl-May-Verlag ist eine ganz besondere Audio-CD erschienen:
"Stimmen um Karl May". Ein Großteil der Original-Aufnahmen dieser CD stammen von den vorab erwähnten Live Direktschnitten in Decelith- und Saxolith- Schallplatten.

Bei aller sonstigen mir eigenen Bescheidenheit, kann ich es nicht unerwähnt lassen, die Digitalisierung dieser sehr seltenen Tondokumente in meinem kleinen Studio für den Karl-May-Verlag vorgenommen zu haben.

Im Laufe der Jahre habe ich zahlreiche dieser Kostbarkeiten durch Digitalisierung für die Nachwelt erhalten können. Teils dramatische und wirklich schreckliche Aufnahmen wurden so gerettet.

Ich erinnere mich z.B. an eine Aufnahme, wo im Krieg einem angeklagten Widerstandskämpfer sein Todesurteil in der Gefängniszelle verlesen wurde, live aufgenommen und direkt in die Schallfolie geschnitten.

Die meisten meiner historischen Digitalisierungen sind aber eher unterhaltsamer Art. Die damaligen "Interpreten" weilen sicher nicht mehr auf Erden, aber es macht den Nachfahren sicher eine große Freude, die Stimme des längst verstorbenen Vorfahren wieder, oder auch erstmalig, zu hören.

Wenn die Oberfläche der alten Tonträger noch einigermaßen in Ordnung ist, lohnt sich auf jeden Fall ein Versuch der Digitalisierung.

 

Wuton Schallfolie einzeln aufgenommen direkt mit dem Schneidstichel.

Wuton Schallfolie im Tonstudio direkt in die Schallplatte.

Decelith-Schallplatte digitalisiert für den Karl May Verlag.

Eltona Schallfolie mit Kostbarkeiten zur Digitalisierung.

Besonders von Deutschen "Auswanderern" in die USA wurden die Direkt-Aufnahmen gerne genutzt, um einen kurzen Sprech-Brief in die Heimat zu schicken.

Oft stand dann die ganze Familie um das Studio-Mikrofon herum und jeder hatte einige wenige Sekunden Zeit, um einen persönlichen Gruß zu sprechen.

Besondere Anlässe waren Geburtstags Glückwünsche und ganz besonders natürlich Grüße zur Weihnachtszeit.

Anmerkung für die Jugend: Internet und whatsapp waren noch nicht erfunden, Ferngespräche nahezu unmöglich.

Schallfolie mit Weihnachtsgrüßen von Deutschen USA-Auswanderern.

 


 

Karl May CD mit historischen Tondokumenten. Karl May CD mit Aufnahmen von Decelith - und Saxolith Schallplatten.
Historische Ton-Dokumente rund um Karl May. Die ältesten Aufnahmen ursprünglich aufgezeichnet auf Decelith- und Saxolith- Schallplatten. Käuflich zu erwerben im Buchhandel, bei Amazon und direkt über den Verlag. > Digitalisiert von tonkopie.de <

Der "Sprechende Feldpostbrief".

Der "Sprechende Feldpostbrief" wurde gerne genutzt, um den Lieben daheim einen Gruß zu senden.

Auch hier wurde ein transportables "Studio" eingesetzt, um einen kurzen Sprechbrief aufzunehmen.

Die Inhalte waren allgemein sehr persönlich, allerdings waren irgendwie kritische Worte zu Krieg und Militär nicht denkbar. Teilweise wurden solche Briefe auch gezielt zu Propaganda Zwecken verfasst.

Dennoch, sehr persönliche Tondokumente, die auf jeden Fall gerettet werden sollten !

Der sprechende Feldpostbrief. Sprechender Feldpostbrief mit Foto.
Der sprechende Feldpostbrief. Dokumente retten, der sprechende Feldpostbrief.
Persönliches Dokument, Feldpostbrief.
Feldpostbrief persönliches Dokument gerettet.

 

Wutafon Schallfolien dürfen nicht mit Stahlnadel abgespielt werden.

Zerstörung droht !

Bei all diesen "Direktschnitt" - Schallplatten gilt:

Obwohl diese allgemein mit 78 Umdrehungen laufen, dürfen sie nicht auf dem Grammophon mit gewöhnlicher Stahlnadel für Schellackplatten abgespielt werden.

Winkelnadeln für Direktschnitt Schallplatten.

Allen Folien - und Direktschnitt-Platten waren damals eine oder auch mehrere spezielle "Winkelnadeln" beigelegt.

Sie sollten, anders als der Stahstift, sehr flach in der Rille gleiten und so die Schallplatte schonender abspielen. Nachteil war, dass man diese Nadeln absolut gerade einsetzen musste, bei schief eingesetzter Winkelnadel wurde die Schallplatte angegriffen oder gar beinahe zerstört.

Nur mit diesen Nadeln und bei richtiger Handhabung war ein sicheres Abspielen möglich.

Wenn ein solcher Tonträger in der Vergangenheit auch nur EINMAL falsch abgespielt wurde, kann die Aufnahme heute weitgehend ruiniert sein.

Meist ist an der Oberfläche der Platte nicht zu erkennen, ob ein solcher Frevel stattgefunden hat.

Es kommt also immer auf einen Versuch an, ob die Platte noch abspielbar ist und die Computer-Software die Aufnahmen in der Verständlichkeit verbessern kann.

Folienplatten werden mit einer Winkelnadel abgespielt.

 

Beschädigte Platte, die Rillen sind beschädigt.

Die verbogene Schallplatte ist nicht abzuspielen.

Wenn jedoch die Beschichtung bröckelt oder sich von der Schallplatte großflächig ablöst, die Rillen nicht mehr zu erkennen sind oder die Platte stark verbogen ist, dann scheint eine Rettung nahezu unmöglich zu sein.

Bei begrenzten Ablösungen oder kleinen Wellen kann oftmals mit größerem Aufwand zumindest noch ein Teil der Aufnahme digitalisiert werden.


Sehr seltener Sonderfall Pathé Schallplatten.

Die französische Firma PATHÉ wurde 1896 in Paris gegründet, existiert heute noch und beschäftigt sich aktuell mit Kino, Video, Kabel- und Satelliten-Fernsehen.

Seit 1896 verbreitete sich stetig die uns heute noch bekannte Schellackplatte.

Anfang des 20.Jahrhunderts erfand PATHÉ die Schellackplatte "neu". Die mit Tiefenschrift hergestellte Platte war klanglich der Schellackplatte leicht überlegen. Bei Pathé-Platten lief die Abtastnadel nicht - wie heute noch üblich - von außen nach innen, sondern von innen nach außen.

Ähnlich wie bei einem Tonband steigt auch bei Schallplatten die Tonqualität bei höherem Abspiel-Tempo. Physikalisch gesehen ist die Abtastgeschwindigkeit im Inneren der Platte deutlich geringer als im Außenbereich.

Viele Musikstücke, besonders in der Klassik, beginnen leise und enden oft mit einem furiosen Finale. Von daher war es durchaus sinnvoll, die Aufnahmen von innen nach außen auf die Platte zu bringen.

Trotz eines riesigen Angebots an Titeln hat sich das System jedoch nicht durchsetzen können, Pathé ist dann später auf "normale" Schellacks umgestiegen. Diese "neuen" Pathe-Scheiben sind nicht im Innenring graviert, sondern haben Inhalts-Etiketten.

 

Hülle für Pathe-Schallplatten.

Französische Pathe-Schallplatte.

Zum Abspielen verwendete man das PATHEPHONE.

Die Umdrehungszahlen der Pathé-Schallplatten waren - je nach Plattengröße - von ca. 80 bis 100 U. Exrta große Platten - für Kinos und für "Musik-Automaten" - liefen sogar bis zu 130 U.

Einmalige Besonderheit war die Pathé-Schalldose, mit quer zur Rille senkrecht stehenden Membran, anders als beim üblichen Grammophon, wo der Tonabnehmer parallel zur Rille angebracht war.

Es gab keine nur einmal verwendbare Stahlnadel, sondern einen speziell abgerundeten Saphir, der bei deutlich niedrigerem Auflagegewicht die Platte schonte und ohne Nadelwechsel sehr oft zu verwenden war.

Pathephon zum Abspielen von Pathe Platten.

Für das "normale" Grammophon konnte man einen Adapter und die spezielle Schalldose nachrüsten.

Leider wurden wegen der Verwechslungs-Gefahr von Pathé und gewöhnllichen Schellacks sehr oft die Pathé-Platten auf einem gewöhnlichen Grammophon mit Stahlnadel und hohem Auflagedruck abgespielt.

Nach dem EINMALIGEN Abspielen war die Rille weithehend "abgehobelt", sofort zu hören an dem dann sehr mäßigen Klang.

Schalldose zum Abspielen von Pathe Platten.

Wie sind heute Pathé Schallplatten abzuspielen und zu digitalisieren ?

Optimal wäre das Abspielen auf einem Original Pathephone. Das richtige Tempo ermitteln und einstellen, ein hochwertiges Mikrofon vor den Schalltrichter stellen und dann mit dem Computer aufnehmen.

Dürfte für die meisten Menschen, auch für mich, nicht möglich sein.

Ich spiele Pathè-Platten mit meinem Schellack-System ab, korrigiere dann den Klang und das Tempo mit der Magix-Software. Ist mehr Aufwand als bei Schellacks, letztendlich gibt es dennoch meist ein ordentliches Ergebnis.

 

Alte Pathe-Schallplatten Reklame von 1910.
Alte Pathe-Schallplatten Reklame von 1910. > Ratenkauf für 2 Mark im Monat. <

 

Welcher Plattenspieler ist zum Digitalisieren von Schellackplatten und anderen 78 U geeignet ?

Lenco L75   Der wohl beste Oldtimer, den Ihre Schellackplatten erleben können: Der berühmte Lenco L75 ohne jede Automatik, Schweizer Wertarbeit aus der "guten alten Zeit". Der Hifi-Klassiker aus den 60er und 70er Jahren sorgt mit seinem  4 kg Plattenteller und dem Präzisions Reibradantrieb für gleichmäßigen und rumpelfreien Lauf.

Vor Jahrzehnten für runde 500 DM zu kaufen, heute gebraucht zwischen 50 - 200 Euro, je nach Zustand.
Lenco L 75   Die stufenlos regelbare Geschwindigkeit bis zu 86 U/M lässt Sie wirklich jede Schallplatte abspielen. Bis die üblichen 78 U/M sich durchgesetzt hatten, gab es bei den alten Platten auch davon abweichende Geschwindigkeiten. Zur Justierung der Raster für das exakte Tempo ist eine Stroboskopscheibe dringend zu empfehlen.
Lenco L75  

Der Tonarm des gebraucht gekauften L75 muss neu balanciert und justiert werden. 2 Tonarmgewichte und die 3 Elemente der Antiskating-Einrichtung lassen sich nur mit Hilfe der Bedienungsanleitung exakt anbringen und einstellen.

Bei sehr vielen alten L75 fehlen Teile der Antiskating-Vorrichtung. Es müssen 4 Teile sein: Spiral-Halter, Bügel und 2 verschiedene Gewichte (1gr & 4gr).

Lenco L75  

In das System muss eine für Schellackplatten geeignete Abspielnadel hinein.

Nicht für jedes System gibt es diese speziellen Diamanten. Bei "Mr.Stylus" (Linkseite) fertigt man auch für Ihr System den passenden Nadelträger an.

Stanton System   Dieses STANTON System, ausgestattet mit einer speziell rerundeten Schellack-Nadel, arbeitet auch bei 5 Gramm Auflagegewicht einwandfrei.
Lenco L78  

L78, eine leicht modifizierte Version des L75 ist sehr rar und auch gebraucht kaum zu kaufen. Eine praktische Neuerung ist die wählbare Abschaltautomatik. Oft sind Single-Schellacks bis sehr nahe an den Aufkleber bespielt, viele Plattenspieler schalten zu früh ab und es fehlen Ihnen dann die letzten Sekunden der Aufnahme.

Beim L78 lässt sich das Ausschalten am Ende der Platte wahlweise einstellen, der L75 schaltet am Plattenende nie ab.

Als NEUES Modell können Sie auch heute einen L78 von Lenco kaufen. Es ist ein USB-Plattenspieler, der ausser dem Namen reichlich wenig mit dem Klassiker L78 gemeinsam hat.

Billig Scheibendreher  

Der Handel bietet eine Vielzahl von Billig-Scheibendrehern an, die auch mit 78 Umdrehungen laufen. Für runde 40 Euro sind solche "Plastikbomber" schon zu haben. Für einige Euros mehr sogar mit Radio, und noch einige Euros mehr bringen auch noch den USB-Anschluss mit.

Abgesehen von der miesen Verarbeitung fehlt die Einstellung von Auflagegewicht und Antiskating, auch mit Gleichlaufschwankungen ist zu rechnen. Eindeutig: Für 49 Euro können Sie nicht mehr erwarten.

Schellacks werden bei mir mit einem audio-technica AT-LP120 digitalisiert. Ausgestattet ist dieser Plattenspieler mit einem Stanton-System und speziell gerundetem Schellack-Diamanten.

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