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Cassetten digitalisieren .

Kassettenrecorder:   Tascam 302          

Als NEU kaum zu bekommen, also mit Glück einen guten gebrauchten erwischen. Im Idealfall ein Gerät mit 3 elektronisch geregelten Motoren für besseren Gleichlauf und 3 Tonköpfen für optimale Wiedergabe. Alle gängigen Rauschunterdrückungs-Systeme sollten schaltbar sein, also mindestens Dolby B und Dolby C, auch alle üblichen Bandsorten sollten optimal wiedergegeben werden, egal ob Ferro, Chrom oder Ferrochrom, wenn das Gerät auch noch Reineisen-Bänder abspielt, um so besser.

Da bei Kassettenbändern die Tonspuren noch viel schmaler (0,6mm) als bei Spulen-Bändern sind, macht sich eine ungenaue Kopfjustage noch deutlicher bemerkbar. Auch bei der geringen Bandgeschwindigkeit von nur 4,75 cm/sek sind Beschränkungen der Aufnahme-Qualität vorgegeben.

Viele Kassetten wurden auch nicht besonders pfleglich behandelt, manche lagen lange Zeiten im heissen Auto, andere wurden halb-umgespult weggelegt, wieder andere haben niemals eine Staubschutz-Hülle gesehen. Ganz klar, dass bei dem besonders dünnen und schmalen Band solche "Behandlungsfehler" sich jetzt rächen können.

Bei Kassetten-Aufnahmen wurde häufig ein Rausch-Unterdrückungssystem eingesetzt, meist Dolby B und Dolby C. Bei der Digitalisierung muss das richtige System eingestellt werden. Wenn der Wiedergaberecorder kein Dolby B mehr hat, können Sie mit dem Equalizer die Aufnahme behelfsmäßig einigermaßen ausgleichen. Bei Dolby C haben Sie damit keine Chance, die Aufnahme „pumpt“. Hier müssen Sie unbedingt einen entsprechenden Recorder einsetzten.

Auch mit HigCom aufgenommene Bänder können nur mit einem HighCom-Gerät einigermaßen verlustfrei wiedergegeben werden.

Fatalerweise gab es früher neben HighCom 1 auch noch HighCom 2, leider nicht so ganz kompatibel zueinander. Ausserdem wurden HighCom-Bausätze für Bastler angeboten, wenn diese Geräte von ihren Erbauern nicht exakt justiert wurden, kann die Kassette-Aufnahme leicht pumpen und verzerrt klingen.

Optimal wäre es, wenn Sie zur Überspielung den GLEICHEN Recorder verwenden würden, auf welchem die Aufnahme vor Jahren gemacht wurde. Warum? Im Gegensatz zu dem in Studios verwendeten Dolby waren die "Billig-Dolby-Bausteine" in den Heimrecordern selten exakt eingestellt, die Unterschiede von einem zum anderen Modell waren teilweise recht groß. Eine Aufnahme von Gerät A wiedergegeben auf Gerät B hat meist schon Verluste durch die großen Toleranzen der Dolby-Bausteine. Auch hier kann es wieder neben Frequenz-Abweichungen zu hörbarem "Aufnahme-Pumpen" kommen.

Vermutlich wird der ursprüngliche Aufnahme-Recorder schon längst nicht mehr existieren. Es bleibt Ihnen kaum etwas anderes übrig, als mit einem anderen Gerät plus Software plus eigenem Gehör die alte Aufnahme wieder aufzufrischen.


Studio Taperecorder von Tascam
Tascam 112R MK II

Ich überspiele Cassetten allgemein mit einem TASCAM Studio Tapedeck. Diese professionellen Geräte holen wirklich ALLES aus der Cassette heraus.

Ausgestattet mit Dolby B & C und regelbarer Geschwindigkeit lässt sich beinahe jede Cassette optimal abspielen.

Tascam 302
   
Für die Kopie von HighCom-Cassetten nutze ich einen Telefunken HC 3000. Sollte es nötig sein, kann ich auch noch einen separaten HighCom Baustein Telefunken CN 750 aktivieren.

 

 

Wenn die Cassette quitscht und klemmt...
Geöffnete Cassette

Quitschende und klemmende Cassetten können trotzdem überspielt werden, wenn das Band vorsichtig in ein anderes Cassetten-Gehäuse umgesetzt wird.

Wenn die defekte Cassette nicht durch Schrauben zusammengehalten wird, ist das Gehäuse vorsichtig aufzubrechen.

Bei verschweissten Gehäusen muss auch schon mal eine kleine Trennscheibe eingesetzt werden.

Sony WMD 6 C Das offene Cassetten-Gehäuse wird waagerecht in einem Sony WMD 6C abgespielt. Dieser "Professional-Walkman" ist auch mit Dolby B und Dolby C ausgestattet.

 

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