Meist wird wohl der auf dem PC-Board integrierte Sound Chip verwendet. Die bessere Lösung ist sicher eine separate eingebaute Soundkarte oder ein externes Sound-Modul. Dazu kommen wir später noch.
Um Verzerrungen im Ton zu vermeiden, sollten Sie den Pegel der "Windows-Soundkarte" an den Pegel der verwendeten Software anpassen.
Das kann recht knifflig werden. denn der wirksame Regelbereich der digitalen Schieberegler ist oft nur minimal, manchmal liegen nur 2 mm Schiebeweg zwischen einer deutlichen Untersteuerung oder einer verklirrten Übersteuerung.
Selbst wenn Ihre Software im grünen Bereich anzeigt, kann es zu Übersteuerungen kommen, falls Ihr Sound-Chip on Board das zu starke Eingangssignal nicht vertragen kann.
Mein alter Vista-Computer hatte eine fiese Eigenart:
Sobald der interne Soundchip um mehr als 3 dB übersteuert wurde, stürzte die Aufnahmesoftware ab und ließ sich nur durch Rechnerneustart wieder in Betrieb nehmen. Somit ist schon ein vorsichtiges Herantasten an den richtigen Pegel unmöglich, ein lauter Knackser reicht - aus ist es mit der Aufnahme. Dann - mit Windows 7 - passierte das Gleiche wieder, liegt also wohl an der mageren Ausstattung des Rechners. Inzwischen wird er von einer Terratec-Soundbox gefüttert - alles perfekt!
Bei Verwendung einer separaten Soundkarte werden zum Betrieb die zugehörigen Treiber des Herstellers installiert.
Das Windows-System ist dann ziemlich tot, alle Sound-Einstellungen erfolgen recht komfortabel über die Software der Soundkarte bzw. des USB-Moduls.
Auch minimalste Übersteuerungen sind im Digitalbereich sofort hörbar. Vielleicht gönnen Sie sich eine zusätzliche große und übersichtliche Aussteuerungsanzeige. Finden Sie selbst einen Kompromiss zwischen zu niedriger Aussteuerung und Übersteuerung. Wenn Sie zu niedrig aussteuern, wird der Rauschanteil größer und bei der anschließenden „Entrauschung“ im Computer kann die Qualität abnehmen. Wenn Sie bis an die Grenze aussteuern und später dann mit der Software die Musik bearbeiten, z.B. Höhen und Bässe anheben, kommt es mit ziemlicher Sicherheit zu unangenehmen Neben-Effekten.
In der Aufnahmesoftware finden Sie häufig einen "Limiter", dieser soll Übersteuerungen vermeiden. Das macht er auch, aber nur INNERHALB der Software, also bei extremer Bearbeitung der Aufnahme bewirkt die "Automatik", dass der Pegel nicht über 0dB ansteigt.
Das kann durchaus sinnvoll sein, wenn Sie z.B. schwache Frequenzbereiche kräftig mit dem Software-Equalizer anheben oder mit einem Expander-Modul die Dynamik der Aufnahme verstärken wollen.
Mal abgesehen davon, dass ein solcher Begrenzer bei zu starker Wirkung auch die komplette Aufnahme vermurksen kann, verhindert der Software-Limiter NICHT eine bereits bei der Überspielung entstehende Übersteuerung durch plötzliche Pegelspitzen in der Originalaufnahme.
Dazu benötigen Sie einen externen Limiter, der in den Signalweg VOR dem Computer eingefügt wird. Auch hier gilt wieder, weniger ist oft besser als zuviel.
Bei besonders kritischen Aufnahmen verwende ich einen Behringer Composer PRO-XL. Die Einstellung ist oft recht kniffelig, aber das Gerät schütz dann recht gut vor plötzlichen Pegelspitzen.
Es ist zunächst grundsätzlich zu klären, ob eine erste Klangbearbeitung sofort während der Überspielung oder erst später mit dem Software-Equalizer gemacht werden soll.
In der üblichen Standard-Software werden allgemein beide Stereo-Kanäle gemeinsam bearbeitet. Eine Kanaltrennung und somit auch eine unterschiedliche Korrektur ist bei Magix möglich. Allerdings ist die getrennte Bearbeitung der Kanäle nicht ganz unkritisch, man muss schon sehr sorgfältig arbeiten, um später in beiden Kanälen den gleichen Höreindruck zu haben.
Mir erscheint es oft als besser, die Klangkorrekturen schon vorher mit einem Hardware-EQ vorzunehmen.
Selbst mit der nur dreistufigen Klangregelung im Mischpult lässt sich oft z.B. ein gestörter linker Viertelspur-Kanal einigermaßen korrigieren.
Ob die Klangreglung vor oder nach der Überspielung besser ist, sollten Sie austesten. Je nach Qualität des Originals kann der Klangeindruck der fertigen Überspielung unterschiedlich sein.
|